Grundschule Tetenb├╝ll - Nolde-Museum 2016

 

Malen wie Emil Nolde

Mit der Grundschule Tetenbüll im Nolde-Museum

Ein Beitrag von Michael Weineck

 

Was habe ich mich auf diesen Tag gefreut. Seit Jahren bin ich immer wieder begeistert, was die Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen der Grundschule Tetenbüll malerisch umsetzen können. Die alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellungen „Tetenbüller Sommer“ zu Nolde-Themen in unserer Kirche St. Anna legen ein beredtes Zeugnis davon ab. Für dieses Jahr wird eine neue Ausstellung vorbereitet, weshalb ein erneuter Besuch im Nolde-Museum in Seebüll anstand.

Am Dienstag, den 31. Mai 2016 ging es los. Abfahrt bereits um 07:45 Uhr von der Grundschule in Tetenbüll. Ganz schön früh für einen Pensionär, der dann normalerweise vor der Entscheidung steht, die Beine von der Bettkante oder die Seele weiter unter der Bettdecke baumeln zu lassen. Egal, der frühe Vogel fängt den Wurm – nein, er kann mich diesmal nicht, heute muss es sein. Pünktlich ging es mit dem Bus los. Margrit Cornils und Bettina Ehlert hatten die Anzahl der Mitfahrenden geprüft: 24 Kinder, 2 Lehrerinnen, 2 Gäste. Hila Küpper durfte auch mitfahren als Sponsorin vom Förderverein der Grundschule und ich als Stellvertreter des Co-Sponsors in Person des Kassenwartes des Ortskulturrings. Meine Aufgabe bestand darin, den Ausflug im Bild festzuhalten und für den Internetauftritt der Grundschule aufzubereiten.

 

    
     
 

 

Die Hinfahrt war erstaunlich ruhig – das lag wohl an der noch frühen Stunde. Bei der Ankunft in Seebüll nach 90 Minuten war allen aber bereits langweilig, es sollte etwas passieren. Nach dem Spaziergang durch den blühenden Garten des Ehepaars Nolde wurden die Kinder von Mechthild Gransow von der Nolde-Stiftung begrüßt. Im großen Ausstellungsraum führte sie in die Malerei Emil Noldes ein. Die Kinder waren sehr gut vorbereitet und nahmen rege an dieser Einführung teil. Der Chronist staunte nicht schlecht, als ein Mädchen den Gesichtsausdruck einer Frau auf einem Gemälde als „zurückhaltend“ beschrieb oder die Wirkung der ausdrucksvollen Farbenpracht der Nolde-Malerei mit kräftigem Rot und Grün durch „Komplementärfarben“ begründete. Kannte ich solche Ausdrücke mit 9 oder 10 Jahren schon? Ich glaube eher nicht. Von Langeweile keine Spur mehr.

 

    
     
 

 

Dann ging es in den hellen Malraum. Frau Gransow verteilte Malerkittel, erklärte den Gebrauch der Malutensilien, ging auf die Besonderheiten der Aquarell-Maltechnik ein und erschuf mit wenigen Pinselstrichen gekonnt ein Beispielbild eines Fantasietieres.

 

    
     
 
     
 
     
 

 

Jetzt waren die Kinder selbst malerisch gefordert. Ein Mädchen legte auch sofort zielstrebig los, die meisten aber brüteten noch länger über ihrem leeren, feinen China- bzw. Japan-Malpapier. Erstaunlicherweise waren die Mädchen i.d.R. zielstrebiger als die Jungen, aber irgendwann waren alle konzentriert bei der Erschaffung ihrer Fabelwesen.

 

 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 

 

Die künstlerischen Ergebnisse können sich alle sehen lassen, wie meine Fotodokumentation der Entstehung und der Endresultate beweist.

 

 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 

 

Zum Abschluss führte Frau Gransow durch die Bildergalerie der 24 kleinen Kunstwerke. Jedes Kind hatte noch einmal Gelegenheit, das eigene Werk zu kommentieren – manchmal war es den Kindern schwer gefallen, das Fantasietier aufs Papier zu bannen, oft fiel es ihnen leicht. Am Ende waren aber alle ziemlich geschafft, denn die Kinder waren 3 Stunden am Stück gefordert worden, mit nur kleinen Pausen zwischendrin.

 

 

 

Um 13:00 Uhr ging es zurück nach Tetenbüll. Eben noch waren die Kinder „geschafft“, auf der Rückfahrt im Bus aber wie aufgedreht und laut. Das erhoffte Nickerchen zur Mittagsruh fiel leider aus. Morgens bereits früh hoch, nun kein Mittagsschlaf – eigentlich ein gebrauchter Tag für einen Pensionär. Heute aber nicht, denn der Besuch mit den Kindern im Nolde-Museum hat mich dafür reich entschädigt. Ich danke allen Kindern und den Lehrerinnen, dass ich überhaupt mitfahren durfte. Nehmt Ihr mich in 2 Jahren wieder mit?

 

Gedruckt aus: © 2017 Tetenbüll - das Herzstück Eiderstedts