Kulturelle Laienspielgruppe - "Indianer un Piratens"

 

51. Dorfabend am 30. Oktober 2010 

In diesem Jahr feiert die Kulturelle Laienspielgruppe Tetenbüll ihr 50-jähriges Bestehen. Ein Gründungsmitglied von damals ist heute auch noch dabei und wurde auf der Jahreshauptversammlung zum Ehrenmitglied ernannt, Käthe Höppner-Lange.

 

Der Ursprung der Kulturellen Laienspielgruppe Tetenbüll geht sogar auf das Jahr 1880 zurück. Die Wurzeln reichen also 130 Jahre zurück. Was damals galt, das gilt auch heute noch: Die Laienspieler wollen Spaß miteinander haben und am Ende ihr Publikum erfreuen, auch in der neuen Aufführung am 51. Dorfabend. Und es war schon von vornherein klar, dass es den Akteuren auch in diesem Jahr wieder gelingen wird, das Publikum zum Lachen zu bringen und ihm einen vergnüglichen Abend zu bescheren.

 
 

Einakter-Komödie "Indianer un Piratens" von Rinje Bernd Behrens

 

Das Stück spielt in der Küche am Morgen nach einem Maskenball des Schützenvereins. Damit ist schon klar, dass die Geschehnisse nicht in Tetenbüll haben stattfinden können, denn dort gibt es ja keinen Schützenverein. Auch sonst deutet nichts auf Ähnlichkeiten mit Begebenheiten in unserer Gemeinde hin, denn wenn wir feiern, dann tun wir das eher still und kennen die Folgen des übermäßigen Alkoholgenusses auch gar nicht. Und mit besoffenem Kopf Weibergeschichten anfangen, das gibt es bei uns ja auch nicht, oder?

 

Die Geschichte wird am Besten durch die Vorstellung der Schauspieler wiedergegeben:

 

Da haben wir zum einen Max Tacke – er ist Bauer und Indianer und leidet immens unter den Folgen des zu großen Konsums von Feuerwasser. Max wird gespielt von unserer Theaterchefin Heike Hansen. Die Rolle ist maßgeschneidert für sie. Selten haben wir sie so verschmitzt spielen gesehen. Max will einen gestandenen Bauern als Mann für seine heiratswillige Tochter, nicht so einen studierten oder anderen Dahergelaufenen. Er folgt aber den Anweisungen seiner Frau, manchmal zu genau.

 

Max zur Seite steht seine Ehefrau Maria Tacke, kurz Mia genannt. Sie wird mit allem, auch mit der Kriegsbemalung ihres Gatten leicht fertig. Susanne Struve spielt die Mia und will unbedingt dafür sorgen, dass ihre Tochter endlich unter die Haube kommt. Noch auf dem Maskenball verrät sie allen, dass ihre Tochter einen Piraten heiraten wird. Das Schicksal aller Piraten nimmt damit seinen Lauf.

 

Ilse Bilse, keiner will′se. Das scheint bei unserer Ilse aber ganz anders zu liegen. Denn Max und Mia haben auch eine Tochter, nämlich Ilse Tacke. Sie ist ja so verliebt in einen Piraten, der sie auf dem Maskenball geküsst hat, ganz offensichtlich mit Folgen. Sie hält als Faustpfand einen Knopf in den Händen, den sie von der Piratenweste abgerissen hat. Wencke Thiesen ist die Ilse.

 

Dann haben wir noch den Agrarstudenten und Praktikanten Theo Fliedig, der seit einigen Monaten auf dem Hof der Tackes arbeitet. Er wollte nicht mit auf den Maskenball und hat dennoch einen Knopf verloren und wundert sich sehr darüber. Aber offensichtlich studiert er nicht nur Agrarwirtschaft, sondern auch hübsche, junge Bauernmädels. Simon Rohde gibt dem Theo Gestalt.

 

Ein Bauer kommt ja bekanntermaßen selten allein, insbesondere wenn es etwas zu Feiern gibt. Der zweite Bauer heißt Willi Mückenholdt und ist Pirat mit immens großem Durst. Na klar kann Willi nur von Christian Andresen gespielt werden, da Simon ja schon den Theo gibt. Mit jedem Schnaps gibt Willi einen neues, kurzes Gedicht zum Besten. Willi will Max unbedingt davon überzeugen, dass er der wahre Pirat und als Bauer die beste Partie für seine Ilse ist.

 

Der dritte Bauer heißt Ernst Nödig, ist ebenfalls Pirat, wenngleich schon etwas in die Jahre gekommen, und ein Pumpgenie. Kaum hat er Geld in den Händen, ist es auch schon wieder ausgegeben und er braucht dringend neue Knete. Na, wer kann das wohl sein? Richtig, unser Bürgermeister Henning Möller, der in seinem Piratenkostüm mit langem Haarzopf richtig gut und um 20 Jahre jünger aussieht. Auch Ernst fühlt sich als Pirat bezüglich des Heiratsversprechens angesprochen und versucht, die Ilse trotz des Altersunterschiedes von Jahrzehnten von seinen Qualitäten zu überzeugen.

 

Der Junior im Stück nennt sich Klaus Murken, ist ebenfalls Pirat und hört meistens noch auf Mutti. Unser Jung-Pirat ist Nico Lorenzen, aber so richtig auf Freiersfüßen scheint er nicht zu sein, trotz der Anweisungen seiner resoluten Mutti.

 

Und dann kommt Mutti, also Anna Murken, die Mutter von Klaus. Sie weiß ganz genau, was Klaus will! Stimmt's Klaus? Mit Engelszungen, Druck und allen anderen mütterlichen Künsten versucht sie, ihren Jungen an die Braut zu bringen. Mutti Anna wird gespielt von Siggi Donau, wieder so eine maßgeschneiderte Rolle für sie, kurz aber ausdrucksstark.

 

Aber Ilse will keinen von diesen drei Piraten. Denn es gab noch einen vierten Piraten auf dem Maskenball, der jedoch vor der Demaskierung schon wieder verschwunden war. Na klar will die Ilse den Studenten Theo, in den sie schon seit einiger Zeit verliebt ist. Und so nehmen es die drei gehörnten Piraten mit Fassung, am Ende doch abgewiesen zu werden. Schwiegermutter Mia ist glücklich über die anstehende Hochzeit und Max gibt Theo auch seinen Segen mit auf den Weg. Er wollte zwar keinen Studierten, sondern einen Bauern, der anpacken kann. Aber es hätte schließlich ja schlechter kommen können.

 

Die Topusterin in der lütten Box ist wie immer Petra Weineck. Ohne sie geht gar nichts, was vom Ensemble deutlich bestätigt wird. Wenn aufgrund des langen Feierns und Trinkens die Indianer un Piratens vielleicht mal ins Stocken geraten oder gar einschlafen, dann gibt es klare Anweisungen aus der Box.

 

Das Publikum wird zum Klatschen animiert, um zum 50-jährigen Jubiläum zu gratulieren und um die Schauspieler aufzumuntern – aber bitte nicht so laut und nicht zu lange. Denken Sie bitte daran, es ist am Morgen nach einem Maskenball und nach einer langen Nacht mit viel Alkohol mangels Wasser. Da kann der Kopf laute, schlagende Geräusche noch nicht so gut vertragen!

 

Thomas Lorenzen, Vorsitzender des Ortskulturrings Tetenbüll, bedankt sich bei der Laienspielgruppe und verteilt süße Naschereien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Gedruckt aus: © 2017 Tetenbüll - das Herzstück Eiderstedts