Ringreiten - Wettkämpfe, Pokale + unsere Sprache

 

         

 
 

Wettkämpfe + Pokale

 Auf verschiedenen Wettkampfebenen finden Ringreitturniere statt – auf Dorfebene (das Ortsringreiten), regionaler Ebene (das Landschaftsringreiten), Kreis- und Landesebene, auf Einladungs- und Freundschaftsebene, Mannschaftsebene oder z. B. nur für Kinder bis inkl. 15 Jahren, das Kinderringreiten. Je nach Bedeutung der Veranstaltung gibt es sowohl vor dem Wettkampf als auch danach einen eindrucksvollen, festlichen Umzug durch das Dorf, zu dem häufig ein Spielmannszug den musikalischen Ton vorgibt.

 Es werden verschiedene Pokale ausgelobt, z. B. Mannschafts-, Amazonen-, Seniorenpokal oder beim Landschaftsringreiten den A-, B-und C-Pokal. Das wahre Ziel aber ist die Königs- bzw. Königinnenwürde – und die erhält der- oder diejenige, der / die den kleinsten Ring als erstes drei Mal sticht, sofern er oder sie nicht bereits im letzten oder vorletzten Jahr König bzw. Königin geworden war. Dann gelten für sie die verschärften Spielregeln, sofern Sperrfristen eingeführt sind. Denn dann müssen gleich fünf bzw. vier der kleinsten Ringe getroffen werden, bevor ein anderer Reiter drei gestochen hat.

Beim abschließenden Festumzug wird der neue König bzw. die Königin von je einem Links- und Rechtsältermann begleitet. Dem Königspferd wird ein Eichenlaubkranz umgehängt, und noch bevor sich der Festumzug in Bewegung gesetzt hat, knabbert es an seiner eigenen Königswürde.


 

   

Die Sprache der Ringreiter

Wie viele andere Sportarten auch, so pflegt das Ringreiten seine eigene Sprache, zumindest was die Titulierungen betrifft. Der Begriff des Feldführers ist dabei recht eindeutig, denn er führt das Feld der Reiter und Amazonen an, trägt die Verantwortung für die  Organisation und die Durchführung des Wettkampfs, begrüßt die Teilnehmer, empfängt die Antrittsmeldungen der Vereine und gibt die notwendigen Befehle. Auch der Begriff Hinterführer scheint einleuchtend, denn dieser reitet ganz hinten.

Weniger eindeutig aber sind Begriffe wie z. B. Linksältermann und Rechtsältermann – sehr verwirrend, denn dieser „Mann“ kann durchaus auch eine Frau sein. Aber es gibt keinen offiziellen Ausdruck Links- bzw. Rechtsälterfrau. Egal – versuchen Sie doch mal, den Begriff „Ältermann“  oder gar „Links- und / oder Rechtsältermann“ zu „er-googlen“. Sie werden keine unmittelbar eindeutigen Antworten finden. Und wahrscheinlich bekommen die meisten Ringreiter selbst ein Problem, wenn sie diese Begriffe erklären sollten.

Gehen wir einmal davon aus, dass der Ursprung des Links- bzw. Rechtsältermanns aus den Zeiten der Hanse stammt, nämlich vom „Ältermann“ bzw. seinen anderen, ähnlichen Bezeichnungen. Wie der Name schon andeutet, war es meist der Älteste bzw. ein sehr erfahrener alter „Hanser“. Damals hatte dieser Ältermann verschiedene Aufgaben, u. a. auch die Aufsicht und damit Schutzpflicht über die Kaufleute. Wir nehmen deshalb einmal an, dass die Links- und Rechtsältermänner der Ringreiter eine ähnliche Aufsichts- und Schutzpflicht für den neuen König bzw. die neue Königin ausüben. In dieser Funktion begleiten sie König / Königin beschützend auf der linken und rechten Seite.

Diese Auslegung ist falsch? Dann bitten wir doch um Richtigstellung – bitte senden Sie eine Email mit entsprechender Erläuterung an
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Wettkampfregularien

Hier gibt's einige Informationen zum Ablauf eines Ringreiter-Wettkampfes.

 


 

Ringreiten ist ein Ereignis

Selbst das heutige Ringreiten erinnert noch immer ein wenig an das mittelalterliche, ritterliche Ringstechen, wenngleich es heute definitiv friedlich zugeht. Die Wettstreiter tragen anstatt einer Rüstung die „Kluft“ des jeweiligen Ringreitervereins. Und dieser Auftritt kann durchaus auffallend sein, wie ein jüngeres Foto der Ringreiter Gilde Tönning anlässlich des diesjährigen Landschaftsringreitens in Tetenbüll belegt (Foto rechts).

Ringreiten ist eine Veranstaltung nicht nur für die teilnehmenden Reiter und Amazonen, sondern für die ganze Familie, ja das ganze Dorf – ein großes Fest mit belegten Brötchen, Kaffee und Kuchen während des Wettkampfes sowie Gegrilltem und einem Bierchen danach. Und wenn es ganz festlich wird, wie z. B. bei Jubiläen oder dem Landschaftsringreiten, dann wird dieser Reitertag mit einem Ball abgeschlossen.

Eins steht auf jeden Fall fest: Egal was für eine Veranstaltung ansteht, die Ringreiter Tetenbülls verstehen zu feiern!


 

Sieben Ringreiter-Highlights hat das Jahr...

... mindestens! In der Reihenfolge ihrer Bedeutung für den Tetenbüller Ringreiter:

Kinderringreiten (Tetenbüll)
Ortsringreiten (Tetenbüll)
Freundschaftsringreiten (mit Nordstrand – alle zwei Jahre)
Amtsringreiten (Amt Eiderstedt)
Landschaftsringreiten (Eiderstedt)
König-der-Könige (St. Peter-Ording)
Kreisringreiten (Nordfriesland)
Landesringreiten (Schleswig-Holstein)

 

 

 

 


 

Gedruckt aus: © 2017 Tetenbüll - das Herzstück Eiderstedts