Ringreiterverein - Geschichte Teil 1

 

        

 
 

Gründung offiziell erst 1905

Die alte Vereinsfahne weist das Jahr 1905 als Gründungsjahr aus. Seither gilt dieses Datum als offizielles Gründungsjahr. Die alten Protokolle aus jener Zeit sind leider nicht mehr vorhanden, weil sie dem Brand des Gebäudes von Peter-Gustav Hansen anno 1930 zum Opfer fielen. Es ist jedoch noch eine Vereinssatzung aus dem Jahre 1910 vorhanden.

Damals setzte sich der Vorstand aus Feldführer, Gildekönig, linker Ältermann, rechter Ältermann und Hinterführer zusammen. Mitbegründer des Vereins waren der Rathmann Wilhelm Peters, Cornelius Peters, Hanny Thomsen, Armin Schmidt, Jacob Schmidt, Claus Tetens und Thade Cornils.


 

Ringreiten auf Straße und Feld

In den ersten Jahren fand das Ortsringreiten entlang der Dörpstraat statt, nämlich von der Ecke Ehrenmal bis zum Schoolstieg, zwischen der Bäckerei und dem Kolonialwarenladen, sowie zwischen der Bradenstraat bis zum Kinderspielplatz.

Als die Kirchengemeinde 1934 der Schule die ehemalige Kirchenfenne nördlich der Schule, der heutigen Festwiese, als Sportplatz zur Verfügung stellte, durfte dieser Platz auch von den örtlichen Vereinen genutzt werden. Damit stand dem Ringreiterverein erstmals ein geeigneter Platz zur Durchführung des Ortsringreitens zur Verfügung. Die Nostalgiker unter uns malen sich allerdings noch immer aus, wie schön und idyllisch damals das Ortsringreiten in der Dörpstraat gewesen sein muss.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sportfenne jedoch als Kleingartenland zur Verbesserung der Ernährung genutzt. Tetenbüll hatte damals sage und schreibe 2.100 Einwohner, die meisten davon waren Evakuierte und Heimatvertriebene. Klar stand damals die Versorgung der Bevölkerung als allererste Priorität im Fokus. Die Ringreiterfeste fanden also wieder in der Dörpstraat statt. Das Ringreiten begann übrigens wieder unmittelbar nach dem Krieg, nämlich schon im Jahre 1946.


 

Ringreiten nach dem Zweiten Weltkrieg

Heute wie damals müssen wir die Dinge selbst in die Hand nehmen, um etwas zu bewegen. Der Kröger (Gastwirt) des Kirchspielkrugs in Tetenbüll, Theodor Thomsen, organisierte das erste Ortsringreiten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Noch im Herbst des gleichen Jahres fand sich der Ringreiterverein wieder zusammen, organisierte sich neu und führte in den Folgejahren wieder regelmäßig das Ortsringreiten durch. 1947 wurde Hans Ludwig Peters zum Vorsitzenden und Jacob Claußen zum Feldführer gewählt. Trotz der Wirren der Nachkriegszeit war die Beteiligung in dieser Zeit nach Überlieferung recht gut, genaue Zahlen liegen aber leider nicht vor.

Weniger gut war es in jener Zeit um das Pferdematerial bestellt. Aber damals stellte man auch noch nicht so hohe Ansprüche wie heute. Auch Alkohol gab es damals während des Reitens nicht.

Das Kinderringreiten wurde 1950 wieder aktiviert und wird seitdem sehr aktiv g
efördert.

Bis 1950 ging die Nachfrage nach Kleingartenareal zur Versorgungsverbesserung erheblich zurück, denn die Einwohnerzahl sank kontinuierlich. Der alte Festplatz wurde wieder für das Ringreiten hergerichtet, so dass erneut ein geeigneter Platz für das Orts- und Kinderringreiten zur Verfügung stand.

 Erstes Kreisringreiten in Tetenbüll

Anfang 1951 wurde Hans Hinrichs zum neuen Vorsitzenden des Ringreitervereins Tetenbüll gewählt.

Am 27.07.1952 fand das erste Kreisringreiten in Tetenbüll mit 109 gemeldeten Reitern statt. Damals war die Halbinsel Eiderstedt ein eigenständiger Kreis, so dass das Kreisringreiten der Vorläufer des heutigen Landschaftsringreiten darstellte. Teilnehmende Vereine waren 1952 Oldenswort, Osterhever, St. Peter-Ording, Tating, Gilde Tönning, Welt-Vollerwiek, Witzwort und natürlich Tetenbüll.

Der abschließende Festball fand gleich in drei örtlichen Gastwirtschaften statt. Was haben sich die Zeiten doch geändert! Tating, Welt-Vollerwiek und Tetenbüll feierten im Kirchspielkrug Theodor Thomsen, Gilde Tönning und Witzwort in der Gastwirtschaft Walter Loof, Oldenswort und Osterhever bei Ernst Loof. Es ist nicht überliefert, ob die St. Peteraner lieber unter sich daheim feiern wollten.


 

 

Protokollbuch + Fahnenweihe

Das erste Protokollbuch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1949 angelegt. Für den Zeitraum 1952 bis 1970 gibt es kaum Angaben aus dem Vereinsleben. 1957 allerdings gewann Tetenbüll das Kreisringreiten. Auch in den Jahren 1959 und 1967 fand diese Veranstaltung zum zweiten und dritten Mal in Tetenbüll statt, wohl jeweils ohne Pokalsieg, denn entsprechende Einträge fehlen im Protokollbuch.

1969 wurde der bisherige Kassenwart Hans-Hermann Andresen zum Vorsitzenden gewählt, nachdem Hans Hinrichs den Ringreiterverein 18 Jahre lang führte. Im gleichen Jahr wurde eine neue Vereinsfahne angeschafft, die Johanna Schlömer anfertigte – die Fahnenweihe fand am 02.03.1969 statt. Der neue Vorsitzende begrüßte zu dieser feierlichen Veranstaltung alle Ringreiter, alle örtlichen Vereine und die Nachbarvereine. Der Vorsitzende des Kreisringreiterbundes Kurt Pölig nahm die Fahnenweihe der neuen Vereinsfahne durch Berühren mit der alten Fahne vor.

In den 60er-Jahren herrschte akuter Pferdemangel. Zwangsläufig ging die Zahl der aktiven Ringreiter sehr stark zurück. 1969 aber nahmen bereits wieder 20 Aktive am Ringreiten teil, genauso viele wie beim Kinderringreiten im gleichen Jahr. Aber schon 1970 sank die Zahl der aktiven Ringreiter auf 14 aufgrund des weiter anhaltenden Mangels an Pferden. 1971 nahmen 17 Aktive teil.


 

 Sperrfrist für den König

Ab 1971 wurde der jeweilige König mit einer Sperrfrist belegt, die im Übrigen noch heute gilt. In jenem Jahr wurde der Festkommers erstmals der Veranstaltung vorangestellt. Auch wurde ein neuer Pokal eingeführt, der „Heinrich-Timon-Pokal“, den zukünftig jeweils der erfolgreichste Ringreiter mit der höchsten Punktzahl erhalten sollte.

1972 herrschte herrliches Sommerwetter – „echtes Tetenbüller Ringreiterwetter“, wie Hans-Hermann Andresen es nannte. Mehr als 300 Zuschauer fanden sich auf dem Festplatz ein. Ebenfalls 1972 nahmen erstmals zwei Amazonen am Wettbewerb teil. Insgesamt waren 22 Aktive angetreten. Tetenbüll gewann im gleichen Jahr nach Ausreiten mit Tating den Mannschaftspokal des Landschaftsringreitens.

 
 

Na, Lust auf mehr bekommen? Hier geht es weiter mit Geschichte Teil 2.


 

        


 

Gedruckt aus: © 2017 Tetenbüll - das Herzstück Eiderstedts