BV Tetenbüll von 1894 e. V. - Boßellieder

 

„Wi kobt ut Tetenbüll, schaaaallalalala…“

 

Jeder Boßelverein hat so seine Lieder (wenn er sie denn hat), und das gilt natürlich auch für uns. Naturgemäß betrachten wir uns als einen sehr musikalischen Boßelverein. Wir singen nun mal einfach gern. Jeder, der in den letzten Jahrzehnten z. B. bei Tante Lieschen oder im Kirchspielskrug mal mit uns zusammen gefeiert hat weiß, dass es bereits nach wenigen Bowlen langsam aber dafür umso sicherer in die richtige Richtung geht.

 

Nach nur wenigen Stunden konnte man früher seine Mutter verwetten, dass Erich Wolf mit kräftiger Kehle, geschlossenen Augen und stark angelaufenem Gesicht für den gesamten Wasserkoog ein Ständchen aus der Vergangenheit brachte. Legendär!

 

Es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir nicht kurz bevor wir rausgeschmissen wurden (nach 8 Stunden Dauer-Bowle-Wett-und-Schnell-Trinken wird das dann auch langsaaaam mal Zeit), entweder lautstark gesungen und mindestens auf den Stühlen gestanden haben. Schon komisch, erst sitzen, dann aufstehen, dann auf den Stuhl, dann auf den Tisch. Irgendwie dem Pegel folgend immer höher, wie Ikarus, die ganze Welt von oben betrachtend, und am liebsten dabei umarmen. Ja, so wird in Tetenbüll gefeiert und was würden Sie dazu sagen, Herr Wowereit? Genau! Und das ist auch gut so! Nämlich in guter alter Tradition mit unseren Vorvätern. Wie sonst!

 

So wundert es nicht, dass wir - angefeuert durch ordentlich viel „Tetenbüller Bowle“ © - irgendwie immer mal wieder aus einer überhaupt nicht zu erklärenden Laune heraus auf Lieder gekommen sind, an denen wir euch hiermit teilhaben lassen wollen.

 

Und das, obwohl wir gar nicht so wirklich haargenau wussten, dass das schon immer alte Tradition war, Boßellieder zu singen, zu dichten, zu feiern. Wahrscheinlich ist es das Zusammensein von ganz jung bis alt, was diese „alte Tradition“ in den Reihen am Leben erhält.

 

So hat seinerzeit der Kieler Boßelverein ein Liederheft beim Verlag J. Christiansen mit Boßelliedern herausgegeben. Es enthält das allseits bekannte Boßelleed „Wenn´t buten huult un störmt un weiht“, aber auch jede Menge andere Klassiker. Ein Exemplar befindet sich im Archiv des Tetenbüller Boßelvereins.

 

Aktuelles Beispiel gefällig? Hier ein Exemplar aus der Neuzeit, was wir anlässlich des 17. Geburtstags eines heutigen Vorstandsmitgliedes gedichtet haben, und das sehr gerne und regelmässig zum Einsatz kommt.

 

 

 „Mit 17“ ©
(Melodie: Marius Müller-Westernhagen "Mit 18")

 

Mit 17 rannt´ ich im Wasserkoog rum,
war Boßler in ´ner Boßelgang.
Meine Mutter nahm mir das immer krumm,
ich sollt´ was Seriöses wer´n.
 
Ja wir verdienten 400,-€ pro Feldkampf
für ´ne Heverbund-Kopie.
Die Boßel verstimmt und das ging tierisch los
und wir hielten uns für Genies.
 
Ja ich möcht´ zurück an den Deich,
möcht´ wieder Boßeln, nicht schön sondern geil und weit,
denn Gold find´t man bekanntlich im Schied
und Deiche sind aus Schied gebaut.

Nach jedem Feldkampf zu Tante Lieschen,
verfrassen wir uns´re Gelder.
Was soll man schon machen mit so´n paar Euro,
wir hab´n Pott Bowle bestellt.
 
Ja ich möcht´ zurück an den Deich,
möcht´ wieder Boßeln, nicht schön sondern geil und weit,
denn Gold find´t man bekanntlich im Schied
und Deiche sind aus Schied gebaut.
 
Jetzt sitz´ ich hier, bin etabliert
und schreib auf teurem Papier
die Rolle meiner Vergangenheit,
damit ich den Frust verlier.

Ja ich möcht´ zurück an den Deich,
möcht´ wieder Boßeln, nicht schön sondern geil und weit,
denn Gold, Gold find´t man bekanntlich im Schied
und Deiche sind aus Schied gebaut.
 
Dubdududubdudubduduuuuh,
Dubdududududududuuuuwaaaah!
Dubdududubdudubduduuuuh,
Dubdududududududuuuuwaaaah!
Wuuuuuuuuuuuuuuuuuuh,
Wuuuuaaaaahhh,
Wuuuuaaaaahhh,
Wuuuuaaaaahhh,
Dubdudududdududuuuuuwaaaah!

 

 

Wir sind uns nicht ganz sicher, wie Hans Albers diese Abwandlung seines Klassikers gefunden hätte, aber unserem Publikum hat es auf dem Boßelball 2008 sehr gut gefallen. In der Wintersaison 2008 ist das Lied nach einem Feldkampf spontan auf der Rückbank eines Boßlerinnen-Taxis entstanden, als wir mal wieder aus der Kneipe geflogen sind. Aus dem gejaulten Refrain war schnell eine Idee geboren, als sich alle umdrehten und sagten: „Hey, das ist gut!“

 

 

„Op de Boßelbaan middags um een“ ©
(Melodie: Hans Albers "Auf der Reeperbahn nachts um halb ein")

 

Bleiern klingt und springt de Boßel,
vundag speel ick dat fiene Oos.
Hüt da is mi nix to düer,
middags da geit de Feldkampf los. 
Langsam bummel ick ganz alleen
de ole Straat no´n Spieker rop,
treff ick een Boßel recht holten, recht bleiern,
de gabel ick mi op.
 
Kumm doch, miene Lüdde,
ick sech büdde, sech nich ne!
Wi warn bet morgen fröh um neen
een rutklüddern, warst schon sehn.
Flüchst nich´ so wiet as watt ick datt meen,
warn wi uns nich vertörn.
Wi gaht in´n Krog und da wööd wi tosamm
´n Pott … Booooowl veeeerteeeern.
 
Op de Boßelbaan middags um een,
ob du´n Boßel hesst oder ok keen,
amüseert man sick, denn dat findet sick,
op de Boßelbaan middags um een.
Wer nich eenmal mit Handschoh un Stock
een´n Boßelbaanbummel hett mockt,
is´n arge Wicht, denn he kennt di nich´,
oh mien Spieker, mien Spieker bi Nacht.
 
Fall ick na Hus an´t nächsten Morgen,
full un´ betüddert as´n Hottentott;
hesst du diene bleiern Kurven
bannig verschletten un´ ick föhl mi rott.
Grööt die denn mal een fremde Boßler
und du lichst bloss rum und du kennst em nich,
kummt die viellicht de Erinnerung
wedder wenn lies´ he to di spricht:
 
Kumm doch, miene Lüdde,
ick sech büdde, sech nich ne!
Wi warn bet morgen fröh um neen
en rutklüddern, warst schon sehn.
Flüchst nich´ so wiet as watt ick datt meen,
warn wi uns nich vertörn.
Wi gaht in´n Krog und da wööd wi tosamm
´n Pott … Booooowl veeeerteeeern.
 
Op de Boßelbaan middags um een,
ob du´n Boßel hesst oder ok keen,
amüseert man sick, denn dat findet sick
op de Boßelbaan middags um een.
Wer nich eenmal mit Handschoh un Stock
een´n Boßelbaanbummel hett mockt,
is´n arme Wicht, denn he kennt di nich´
oh mien Spieker, mien Spieker bi Naaaaaaaaaaaacht.

 

 

Noch mehr Tetenbüller Boßel-Liedgut

 

 

„Das Schlümpfe-Lied“ ©
(Melodie: Vader Abraham "Das Lied der Schlümpfe)

 

Das nun folgende Exemplar ist „an Geistesreichtum kaum zu überbieten“, aber so muss es sein, wenn man sich nicht nur melodisch an das Original halten will. Vader Abraham jedenfalls hatte sehr viel Erfolg mit dem Ding und wir neuerdings auch viel Spaß beim Singen.

 

Sagt mal, von wo kommt ihr denn her?
(Vom B.V. Tetenbüll bitte sehr)

 

Sehen da alle aus wie Du?
(Ja, wir tragen Boßelschuh)

 

Soll ich euch ein Lied beibringen?
(Ja, wir wollen mit dir singen)

 

Finden Tetenbüller Boßeln fein?
(Ja, aber nur auf einem Bein)

 

Der Boßelschlumpf fängt an.

 

La la la . . .

 

Ihr habt kein Geld und seid nicht reich
(Trotzdem fahr´n wir an den Deich)

 

Was macht euch denn da so frei?
(Wir werfen weit mit Holz und Blei)

 

Seid ihr denn noch ganz von Sinnen
(Ja, wenn wir mit viel Schott gewinnen)

 

Wie kommt ihr denn zu ´nem Schott?
(Ach, das geht manchmal sehr flott)

 

La la la . . .

 

Sag mal, was macht ihr dann so?
(Wir trinken Bowle und sind froh)

 

Wie gewinnt man auf nordfries´?
(Mit viel Schott, so macht man dies)

 

Was trinkt ihr für ein Gemisch?
(Mit viel Korn, das macht uns frisch)

 

Muss denn da noch Brause rein?
(Ja, das kann aber muss nicht sein)

 

La la la . . .

 

Und wie kommt ihr dann nach Haus?
(Keine Ahnung, wir fliegen raus)

 

Was ist daran denn so schön?
(Dass wir zusammen boßeln geh´n)

 

Wie wichtig ist euch singen hier?
(Wie das Blut für den Vampir)

 

Nehmt ihr die Bowle mit ins Bett?
(Ja, sonst sind wir nicht komplett)

 

Warum seid ihr denn so blau?
(Weil wir saufen wie die Sau)

 La la la . . .

 

 

Aber auch unsere Jungendsparte ist immer wieder recht aktiv, was das Texten und Vortragen von Liedern angeht. So ist das folgende Lied von unseren Jungs auf dem letzten Boßelball vorgetragen und gefeiert worden:

 

 

„BV Tetenbüll“ ©

(Melodie: Die Toten Hosen "Freunde")

 

Mit 10, da warfen wir noch auf dem Grundschulhof,
Turnen und son´ Mist fanden wir damals schon doof.
Unser Trainer Hannes Jensen war der beste für uns
und der nächste war genau so´n Held und der heißt Matthias Johns.

 

Die Boßel fliegt weit über uns, denn da wirft BV TETENBÜLL,
mehr als nur Sport, das hier ist Kunst der Künstler BV TETENBÜLL.
Wenn wir verlier´n was macht das aus, solang´ wir TETENBÜLLER sind.
20° minus, wir pfeifen drauf, weil wir TETENBÜLLER sind.
Wir bleiben, wir siegen, weil wir TETENBÜLLER sind.
Nichts wird uns klein kriegen, weil wir TETENBÜLLER sind.
Das ist der BV TETENBÜLL!


 

 
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