Peter Bartelt beim DRK in Tetenbüll

 

Besuch von Loriot und Heinz Erhardt auf der DRK-Jahreshauptversammlung

 

Mach‘ die Augen zu und Loriot († 2011) und Heinz Erhardt († 1979) scheinen direkt vor Dir zu stehen – in diesem Fall zu sitzen und etwas jünger in der Stimme. Gekonnt trug Peter Bartelt von NDR1 Welle Nord auf der Jahreshauptversammlung des DRK-Ortsvereins Tetenbüll / Katharinenheerd e.V. am 27.02.2014 Geschichten und Gedichte der beiden beliebten und vielseitigen deutschen Humoristen in deren unverwechselbaren Stimmen vor.

 

Aber wer ist eigentlich Peter Bartelt? Auf der NDR-Internetseite beschreibt er sich selbst – und das liest sich genauso wie er spricht: humorvoll, teils schelmisch, typisch norddeutsch und erdverwachsen. Geboren und aufgewachsen in Kiel, studierte er Theaterwissenschaften in Erlangen und kam schon 1990 zum Radio, erst bei RS.H, seit 2004 beim NDR in Heide. Er lebt mit Frau und zwei Söhnen im ländlichen Fresendelf. Beim NDR beantwortet er die Frage „Was mag ich und was nicht?“: „Ich liebe es, am Wasser zu sein und frei nach Loriot sagen zu können: ‚Ich will einfach hier nur sitzen!‘ Und ich liebe die kleinen Geschichten, die hinter jeder Tür warten. Ich mag es überhaupt nicht, im Stau zu stehen und lebe deshalb liebend gern auf dem Land.“ Der Mann ist einem sofort sympathisch.

 

 

 

Ganz er selbst: Peter Bartelt

 

 

Und so nahm der Abend humorvolle Züge an. Herr Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner eröffneten den Loriot-Teil, natürlich in der Badewanne sitzend und über Wassertemperaturen und Quietsche-Entchen philosophierend. Das stets zankende, alte Ehepaar gab sich auch ein Stelldichein und liess uns teilhaben an den Freuden eines friedlichen Feierabends – „Ich SCHREIE Dich nicht an!“ – und dem weiteren Verlauf des Abends vor dem kaputten Fernseher – „Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett gehe!“. Eine von Loriots herrlichen, sinnentleerten Parlamentsreden durfte natürlich auch nicht fehlen. Besondere Freude kam auf, als auch Evelyn Hamann als virtueller Gast erschien (siehe Foto mit Perücke), um die 8. Folge des 16-teiligen Fernsehkrimis „Die zwei Cousinen“ anzusagen. Was, kennen Sie nicht? Ich sage nur Landsitz North Cothelstone Hall und Lord and Lady Hesketh-Fortescue (und andere englische Zungenbrecher). Den Loriot-Part beendete Peter Bartelt mit einer eigenen Geschichte in Loriot-Manier, die er für seinen Schwager geschrieben hatte und den er vorab Loriot zur Kenntnis gab. Die positive Rückmeldung lautete: Er war sehr „amused“. Die Geschichte vom verloren gegangenen Nussknacker erinnerte aber auch sehr an das stets zankende, alte Ehepaar – Er: „Ich esse ja gar keine Nüsse!“, Sie: „Wozu brauchst Du dann einen Nussknacker?“ Übrigens: Der Schwager scheint noch immer mit Peter Bartelts Schwester verheiratet zu sein.

 

 

 

Evelyn Hamann alias Peter Bartelt

 

 

Und dann Heinz Erhardt – „Ach was bin ich wieder für ein Schelm heute!“. Erstaunlicherweise gab es für den Autor dieses kleinen Rückblickes sogar Neues von ihm zu entdecken wie z. B. das Gedicht über Mars und Venus oder den Disput des Grafen mit dem Trödlersmann, der ihm ein ungerahmtes Bild von zwei Gläsern Milch verkaufen wollte. Auch Heinz Erhardt war ein großartiger Philosoph, wie sein Gedicht über Todesanzeigen belegt, denn dort werde stets nur Gutes über die Verstorbenen berichtet, niemals Schlechtes. Und so kommt der Dichter zu dem Schluss, dass nur die Guten sterben und die Schlechten am Leben bleiben. Das Mittelalter kam vorbei mit den Rittern Fips, Kunkel und Kunibert. Der Postwertzeichenliebhaber und -sammler suchte weiterhin nach einer Marke und fragte: „Hast Du nicht die Mauritius?“. Passend zur anstehenden Fußball-WM kam noch das Fußball-Gedicht über die 44 Beine, die hin und her rasen: „Plötzlich müllert‘s vor dem Kasten, und das Volk schreit ‚Uwe‘, wie mir scheint; da schießt der Müller knapp daneben, denn er war ja nicht gemeint.“ Und zum Schluss gab Peter Bartelt auch noch ein eigenes Gedicht in bester Heinz Erhardt-Art zum Besten.

 

Lieber Peter Bartelt, vielen Dank für diesen schönen Abend – und danke auch an den DRK für diese tolle Idee.

 

Michael Weineck, Tetenbüll

 
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