Gemeindeleben - Nähkreis

 

Nähkreis spendete schon über 6.000 Euro

Seit über 30 Jahren trifft sich einmal im Monat ein illustrer Nähkreis im Tetenbüller Pastorat. Männer werden grundsätzlich auch aufgenommen, aber in all den Jahren hat sich noch keiner getraut, seine Handarbeitsfähigkeiten von der Damenwelt fachmännisch begutachten zu lassen. Dabei würden sich Männer in diesem Kreis sicherlich wohlfühlen, denn es gibt traditionell bei jedem Treffen auch Kaffee und Kuchen. Also, wenn er denn backen kann, dann darf jeder Mann berechtigte Hoffnung hegen, in den Nähkreis aufgenommen zu werden, auch wenn mit seinen Handarbeitskünsten noch kein Staat zu machen ist. Daran kann man ja gemeinsam arbeiten.

Einer hat sich schon mehrfach getraut teilzunehmen, aber der hatte es auch einfach – Autor Michael Weineck wurde nämlich von den „Sockenstrickerinnen“ persönlich eingeladen, bei den Treffen Geschichten vorzulesen. Er gibt nicht preis, was er so alles mit den Damen erlebt hat, aber er lächelt wissend und schweigt, gibt aber zu, dass nicht nur über handarbeitsnahe Themen gesprochen wird. Jetzt allerdings möchte er nicht schweigen, denn der Tetenbüller Nähkreis hat dem örtlichen Kindergarten erneut eine Spende über 200 Euro überreicht. Es sei nicht die erste Spende gewesen, die der Ev. Kindergarten von den Damen erhalten hat, weiß die Leiterin Elisabeth Groch-Ipsen zu berichten. Schon in der Vergangenheit wurde der Kindergarten mehrfach großzügig unterstützt, um kleinere und größere Anschaffungen oder Projekte realisieren zu können.

Die ehemalige Kinderstube ist mittlerweile „erwachsen“ geworden und hat den Status eines Kindergartens erlangt. Der Bedarf an Kita-Plätzen wächst und so wachsen zunehmend auch die Anforderungen und Ansprüche. Mittlerweile werden bis zu 15 Kinder von knapp 3 Jahren bis zu ihrem Schuleintritt betreut. Das feste Raumangebot muss entsprechend erweitert werden, idealerweise auch ergänzt um die Nutzung eines gebrauchten Zirkuswagens, für dessen Restaurierung nun fleißig gesammelt und gespart wird. Ein erweitertes Raumkonzept mit attraktiven Zusatzangeboten, wie z. B. dem Zirkuswagen, würde dazu beitragen, dass alle Kinder alters- und entwicklungsgerecht betreut, beschäftigt und gefördert werden können. Das ist auch im Interesse der Grundschule, in dessen Gebäude der Kindergarten beheimatet ist. Beide Institutionen arbeiten eng miteinander zusammen, denn aus den Kindergartenkindern werden einmal Schulkinder, die dann ihre Umgebung bereits gut kennen, wodurch der nächste Entwicklungsschritt von Anfang an positiv begleitet wird.

Der Nähkreis hat als Dank für die Spende eine Einladung in den Kindergarten erhalten. Dann können sich die Damen selbst ein Bild davon machen, wofür ihr Geld in der Vergangenheit und in Zukunft ausgegeben wird. In den letzten 20 Jahren hat der Tetenbüller Nähkreis insgesamt über 6.000 Euro an Geldspenden verteilt und viele Sachspenden zur Verfügung gestellt, z. B. für behinderte Menschen, für eine Estland-Gemeinde, für die Ausstattung des Pastorats u.v.m. Kürzlich wurde Pastor Holger Beermann eine Taufdecke als Abschiedsgeschenk überreicht, in der bereits seine beiden Kinder Magdalena und Jeremias getauft wurden. Die Damen des Nähkreises haben versprochen, eine neue Taufdecke für St. Anna zu nähen.

Auch Michael Weineck erhielt eine gute Nachricht von den Damen, denn er wurde erneut zum Vorlesen eingeladen – bei Kaffee und Kuchen und einem Klönschnack versteht sich.

 

 

 

 

 

 

 


 

Nähen für den guten Zweck

Der Nähkreis trifft sich jeden 2. Mittwoch im Monat um 14.30 Uhr im Pastorat Tetenbüll.

Anfang Februar 1985 gründeten die Damen Anna Keding (seinerzeit Bewohnerin im Privaten Seniorenheim Eiderstedt), Dora Hinrichs, Frauke Fietensee und Cathrine Peters den Nähkreis. Mit vielen Bastelarbeiten begann es, später wurde auch gestickt und gestrickt sowie gehäkelt.

In dem vergangenen Vierteljahrhundert sind die Damen – auf die Herren warten wir bis heute vergeblich! – sehr aktiv gewesen und sind es noch: Hardanger-Decken, Strümpfe und Schals sind nur einige wenige Beispiele für die vielen gelungenen Arbeiten.

Der Erlös aus dem Verkauf auf den Basaren kam Behinderten in Husum ebenso zugute wie Gemeinden in Estland. Besonderer Schwerpunkt war immer die Kirche St. Anna: Bankhaken, Leuchter und Altarteppich, Taufkanne, Lautsprecher, Altardecken, Antependien und die 2. Glocke wurden durch Arbeiten des Nähkreises ganz oder teilweise finanziert. Auch die Grundschule, der Spielplatz und der Ortskulturring bekamen Unterstützung.

Alle, die in diesem Nähkreis zusammen kommen, sind eine fröhliche Gemeinschaft. Erst wird gemeinsam Kaffee getrunken und Kuchen gegessen, dann wird Handarbeit gemacht – jeder macht das, was er am besten kann. Aus diesem Grund sind neue Handarbeiterinnen immer willkommen! Und endlich auch einmal Männer!

 

 
 

Spenden des Nähkreises
 

1994 DM 1.500 Kulturverein
1997 DM 1.200 Kirche St. Anna
1998 DM 800 Glocke St. Anna
2001 DM 1.600 Taufgarnitur
2002 € 850 Kirche St. Anna
2004 € 700 Kirche St. Anna
2005 € 300 Kirche St. Anna
2006 € 450 Kirche St. Anna
2007 € 500 Kirche St. Anna
2008 € 500 Kirche St. Anna

 

sowie weiter 50 Tassengedecke der Gemeinde Tetenbüll und Spenden für Gemeinden in Estland sowie die Kinderstube Tetenbüll.

Wir danken dem Nähkreis für die Arbeit und langjährige, großzügige Unterstützung.

 

Der Herr segne die Geber,
Gaben und Beschenkten.
  

 

 

                     

 
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Haus Peters: Aktuelle Herbst- / Winterausstellung von Ole West "Leuchttürme und Mee(h)r" vom 07.10.2017 bis 25.02.2018.