Tetenbüll / Dorf - Trummerieweg

 

Kürzlich erhielt das Internetteam eine Anfrage eines Kieler Ahnenforschers. Im Tetenbüller Sterberegister tauche immer wieder der Begriff "...auf der Trommerie..." auf, und er wollte gerne wissen, was es damit auf sich hat. Nichts leichter als das, wozu gibt es unsere Dorfchronik? Aber da steht rein gar nichts darüber drin. Und leider hat unser verstorbener Dorfchronist Johannes Glismann nichts zu diesem Thema hinterlassen.

Also googeln! Aber da findet man auch nur die Suche der Ahnenforscher nach dem Tetenbüller Begriff "...auf der Trommerie...". Im Sterberegister und den Kirchenbüchern wird darüber wahrscheinlich auch nichts zu finden sein. Was also tun? Michael Weineck, Leiter des Tetenbüller Internetprojektes und seit 10 Jahren Bürger unserer Gemeinde, fühlte sich gefordert. Eigentlich wollte er immer schon einmal wissen, warum der im Osten des Dorfes gelegene Trummerieweg, der vom Möhlendiek / Osterkoogsdeich abzweigt, diesen Namen trägt. Hat "...auf der Trommerie..." vielleicht etwas mit dieser Wegbezeichnung zu tun? Wer könnte so etwas wissen?

 

 

Wir haben ja schließlich unser wandelndes Kompendium, Bürgermeister Henning Möller. Und in der Tat, er wusste ziemlich gut Bescheid. Am Ende des ca. 200 Meter langen Trummerieweges steht auf einer Warft ein Reetdachhaus. Früher gab es lt. Henning Möller hier definitiv einen weiteren Gebäudeteil mit einer Schmiede – wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Herstellung von Fässern. Und weil man in einer Schmiede bzw. beim Fassherstellen nun einmal auf Metall herumhämmert oder eben "trummert" (oder trommelt) entstand später die Wegbezeichnung Trummerieweg. So einfach ist das manchmal, wenn man es denn nur weiß.

Zur Sicherheit sollte das Internetteam aber zusätzlich die beiden Schwestern Annegrete und Käthe befragen, denn ihre Familie betrieb vor etwa 100 Jahren auf der Warft auch eine Zimmerei bzw. Tischlerei. Ja, sie könnten sich mit dieser Definition anfreunden, merkten aber auch an, dass der Begriff "Trommerie" auch aus dem Dänischen kommen und im Zusammenhang mit Zimmererarbeiten stehen könnte. Das hat sich aber nicht bewahrheitet, zumindest was die dänische Herkunft anbetrifft. Aber Zimmerei bzw. Tischlerei könnte ja in diesem Fall auch durchaus etwas mit Fassmacherei bzw. Böttcherei zu tun haben. So schließt sich dann der Kreis zu den Anmerkungen von Bürgermeister Henning Möller.

Wenn also im Tetenbüller Sterberegister "...auf der Trommerie..." steht, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Verstorbenen, der ehemals auf der Warft am heutigen Trummerieweg gewohnt hat. Es ist nicht bekannt, dass es dort noch weitere Häuser gab, falls doch, dann höchstens noch auf besagter Warft selbst. Sie ist aber nicht so groß, dass dort gleich mehrere Häuser Platz gehabt hätten. Das Land ringsherum wurde in alter Vorzeit vor der allgemeinen Kompletteindeichung der Köge häufiger von der Nordsee überflutet.

Sollten sich die im Sterberegister aufgeführten Todesfälle mit Hinweis "...auf der Trommerie..." in einem bestimmten Zeitraum gehäuft haben, dann ist dies entweder auf eine Epidemie zurückzuführen – von der wir aber bisher nichts wissen – oder wir haben den Begriff doch falsch definiert. Aber wir gehen einfach einmal fest davon aus, dass unser Bürgermeister richtig liegt. Wer eine andere Definition beisteuern kann, der sei hiermit sehr herzlich eingeladen, diese mit dem Internetteam zu teilen. Bisher konnten die Ahnenforscher nicht feststellen, dass sich die Sterbefälle mit besagtem Bezug in einem bestimmten Zeitraum gehäuft hätten.

 

 
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